GLUCOSAMINE ALS NAHRUNGSERGÄNZUNG
Patienten mit leichter bis mittelschwerer Arthrose

Hamburg (nke). Die Einnahme von Glukosaminsulfat, einem Baustein der Knorpelzelle, kann bei Patienten mit leichter und mittelschwerer Arthrose Schmerzen lindern und die Beweglichkeit der Gelenke bessern. Darüber hat Professor Wolfgang Pförringer aus München bei einer Pressekonferenz in Hamburg berichtet. In den USA ist Glukosaminsulfat das von Arthrosekranken am häufigsten verwendete Nahrungsergänzungsmittel.

Der Wirkstoff wird aus Schalen von Krustentieren gewonnen / Wirksamkeit ist in randomisierten Studien belegt / In den USA sehr häufig verwendet

Die Wirkung des aus den Schalen von Krustentieren gewonnenen Präparates ist schon seit langem bekannt. Glukosamin wird im Körper gebildet und ist bevorzugtes Substrat für die Knorpelbausteine Proteoglykane und Glukosaminglykane, wie Pförringer bei der von dem Unternehmen Wassen ausgerichteten Veranstaltung erklärt hat. Die Substanz stimuliere die Bildung der Knorpelbausteine und reguliere das gestörte Gleichgewicht zwischen Knorpelauf- und -abbau.
Man könne davon ausgehen, sagte Pförringer, daß die Substanz eine weitergehende Schädigung bereits angegriffener Knorpelzellen unterbinde und körpereigene Reparaturmechanismen aktiv unterstütze.
Die Wirksamkeit von Glukosamin bei Patienten mit Arthrose ist auch in randomisierten Studien, allerdings mit wenigen Patienten, nachgewiesen worden. Dabei habe sich für die Arthrose-Kranke eine tägliche Dosis von 1200 bis 1500 Milligramm Glukosaminsulfat als ähnlich wirksam erwiesen wie nicht-steroidale Antirheumatika, sagte der Münchner Orthopäde.
Die Wirkung von Glukosaminsulfat trete zwar etwas verzögert ein, dafür müßten keine unerwünschten Wirkungen befürchtet werden.
Glukosamin zu verwenden, sei nur im Frühstadium der Arthrose sinnvoll. "Wenn die Knorpelzelle völlig zerstört ist, nutzt es nichts mehr", sagte Pförringer.
Professor Karlheinz Schmidt aus Tübingen hat in seinem Vortrag über die Supplementierung mit Antioxidantien wie Vitamin A, C, E und Selen bei Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen gesprochen. Sie sei sinnvoll, denn die körpereigenen Antioxidantien würden durch die Entzündungsaktivität und den damit einhergehenden oxidativen Streß schnell verbraucht.
Der Rheumapatient habe einen erhöhten Bedarf an Antioxidantien, der nur durch die Nahrung meist nicht gedeckt werden könne, betonte Schmidt.
Der Nutzen einer Selen-Supplementierung sei in einer kontrollierten Studie bestätigt worden, an der 53 Patienten mit chronischer Polyarthritis teilgenommen haben. Die Patienten erhielten über 25 Tage entweder 300 Mikrogramm Selen plus Vitamin A, C und E oder Placebo.
Vor Beginn der Studie sind bei den Patienten in beiden Behandlungsgruppen deutlich reduzierte Serum-Selenspiegel gemessen worden. Unter der Supplementierung sei es zu einem Anstieg der Selenspiegel und gleichzeitig zu einem Rückgang von C-reaktivem Protein und der Menge der Leukozyten gekommen, sagte Schmidt.
Das deute auf eine Dämpfung der Krankheitsaktivität hin. In der Kontrollgruppe seien Selenspiegel und Entzündungsparameter nahezu unverändert geblieben.
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