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Ein Arzt sollte sich damit beschäftigen, Gesundheit zu finden. Krankheit kann jeder finden.”
Andrew Taylor Stil

Moderne Osteopathie

„Der Schmerz kommt nicht immer von dort, wo der Patient ihn spürt“, weiß Osteopath Dr. Hans-Christian Hogrefe

„Mein gesamter Körper funktioniert ähnlich wie ein Spinnennetz. Ziehe ich oben an, schwingt es unten mit. Alles ist miteinander verbunden. So richtig begriffen habe ich das aber erst in einem Gespräch mit meinem Osteopathen“, sagt Edeltraud B. Sie litt unter heftigen Verspannungen und Kreuzschmerzen. Eines Tages hatte sie Schwierigkeiten, den Mund weit zu öffnen. Das rechte Kiefergelenk sperrte. Anstatt den Kiefer zu behandeln, griff der Osteopath Dr. Hans-Christian Hogrefe vom Klinikum Bad Bergzabern mit starkem Druck unter den linken Rippenbogen und löste das Problem.

Die Hände des Osteopathen arbeiten wie Sensoren
„Der Schmerz kommt nicht immer von dort, wo der Patient ihn spürt. So können Wirbelsäulenbeschwerden durch eine eingeschränkte Beweglichkeit der Niere oder durch das Umknicken des Fußknöchels verursacht werden. Die Aufgabe des Osteopathen ist es also, wie ein Detektiv die Puzzleteile zusammenzutragen und Beschwerden auf ihren Ursprung zurückzuverfolgen, um sie mit bestimmten Techniken zu lindern oder zu beheben“, erklärt der Chefarzt und Orthopäde Hogrefe. Seine Hände arbeiten wie Sensoren, die sogar die Eigenbewegungen der inneren Organe beim Patienten erspüren. Alles andere auch, was dazugehört: Haut, Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenke, Blutgefäße, innere Organe sowie die Eingeweide nebst Blutgefäßen, Lymphbahnen und Nerven.

Ein Ziel: Die natürliche Beweglichkeit wiedergewinnen
Einen besonderen Platz nimmt der kraniosakrale Bereich ein, bei der ein Behandler etwa den Eigenrhythmus von Gehirn und Rückenmark ertastet, der an Schädelknochen (cranion) und Kreuzbein (sacrum) übertragen wird. Unregelmäßigkeiten in dieser Bewegung liefern Hinweise über Störungen im Organismus. Mit speziellen kraniosakralen Techniken kann der Osteopath Schädelknochen, Kreuzbein und andere Strukturen sanft unterstützen, ihre natürliche Beweglichkeit wiederzugewinnen, und so zum Beispiel Fehlhaltungen oder Kopfschmerzen auflösen.

Der ganze Mensch steht im Mittelpunkt
„Diese feinen, sanften Korrekturen tun besonders chronischen Schmerzpatienten gut“, erfährt Dr. Hogrefe immer wieder. Weil auch in der Osteopathie der ganze Mensch im Mittelpunkt steht, interessiert sich der Arzt gleichfalls für das soziale Umfeld seiner Patienten, für dessen Familie, den Beruf und das Freizeitverhalten. Ein Osteopath kann Fehlhaltungen, verspannte Muskeln, Verkrampfungen und Verklebungen im Gewebe, Rückenschmerzen oder die Folgen von Unfällen lindern und beheben. Das gilt auch für chronische Probleme des Bewegungsapparates sowie bei Schwindel, Kopfschmerzen und stressbedingten Beschwerden. Akute Entzündungen, Krebs- oder Stoffwechsel-Erkrankungen gehören jedoch nicht in seine Hände.