Nach einer Studie im Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics (JPET) verstärkt Glukosamin effektiv die Wirkung verschiedener Schmerzmittel. Die Wissenschaftler hoffen durch die Kombination mit einer niedrigeren Dosis des Schmerzmittels die gleiche Wirksamkeit bei geringeren Nebenwirkungen zu erreichen.
Glukosamin, welches als Bestandteil von Geweben natürlicherweise im Körper vorkommt, aber auch synthetisch erhältlich ist, wird bisher zur Behandlung der Arthritis verwendet. Mit der jetzt im JPET veröffentlichten Studie sollten zwei Fragen beantwortet werden: Kann Glukosamin allein tatsächlich Schmerzen lindern und kann es in Kombination mit anderen Schmerzmedikamenten deren schmerzlindernde Wirkung unterstützen?
Eine direkte analgetische Aktivität des Glukosamin konnten die Forscher nicht belegen. Die schmerzlindernde Wirkung bei Arthritis kann seinen regenerativen Eigenschaften auf Knochen- und Knorpelschäden zugeschrieben werden. Verschiedene Kombinationen von Glukosamin mit NSAID führten jedoch zu synergistischen (Ibuprofen, Ketoprofen), additiven (Diclofenac, Indomethacin, Naproxen, Piroxicam) oder subadditiven (Aspirin, Acetaminophen) antinozizeptiven Interaktionen.
Eine Besonderheit ergab sich aus der Kombination von Glukosamin mit Ibuprofen: Im Verhältnis 1:1 angewandt fanden die Wissenschaftler einen synergistischen Effekt der beiden Substanzen. Setzten sie jedoch Glukosamin und Ibuprofen im Verhältnis 9:1 ein, wurden Plasmalevel von Ibuprofen erreicht, die auch bei seiner alleinigen Gabe entstehen.
Die Forscher sehen in dieser Arzneimittelkombination eine Möglichkeit für Patienten, mit einer niedrigeren Dosis an Schmerzmedikamenten und daraus folgenden geringeren Nebenwirkungen die gleiche schmerzlindernde Wirkung zu erfahren. Dies wird momentan in klinischen Studien untersucht. (BSMO)
Quelle: Nach Informationen des J Pharmacol Exp Ther Nov 2003
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