Allgemeine Verschleißerscheinungen und Erschöpfungszustände sollen sich durch das Trinken von Stutenmilch wesentlich beheben lassen. In einigen Ländern dient sie auch heute noch als Volksheilmittel. In Rußland wird seit etwa 200 Jahren die Tuberkulose durch Kumyß behandelt. Die guten Erfolge der Kumyßbehandlungen hatten zur Folge, daß Postiknov 1858 in der Nähe von Samara ein Kumyßsanatorium eröffnete, das er 55 Jahre leitete. Im Jahre 1913 kannte man in Rußland 68 solcher Sanatorien, die in der Russischen Revolution zunächst geschlossen wurden. Im Jahre 1962 bestanden dann in der Sowjetunion wieder 50 Kumyß-Kuranstalten. Heute wird Kumyß und Stutenmilch nicht nur zur Behandlung von Tuberkulose verwendet, sondern auch bei Magen- und Darmstörungen, Stoffwechselstörungen, Kreislauferkrankungen, Nervenleiden, chronischer Hepatitis und bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren. Der ernährungsphysiologische und diätetische Wert von Kumyß wird darauf zurückgeführt, daß die Stutenmilch das Ausgangsprodukt für Kumyß, und auch der Kumyß selbst, große Mengen leicht absorbierbarer Peptide und Aminosäuren enthalten. Kumyß besitzt einen hohen Anteil an verschiedenen Vitaminen. Hinzu kommt, daß man der Kombination Milchsäure, Alkohol und Kohlensäure eine belebende Wirkung nachsagt.
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Stutenmilch - auf die Heilkraft des weißen Natursaftes bei Hautproblemen, insbesondere bei Neurodermitis und Schuppenflechte, schwören westeuropäische Heilpraktiker und Naturmediziner schon seit rund 150 Jahren. Stutenmilch ist der menschlichen Muttermilch in der biochemischen Zusammensetzung sehr ähnlich. Sie enthält wenig Fett, viel Milchzucker, ist reich an Mineralien, Spurenelementen und Vitamin-C. Sie soll die Durchblutung fördern, den Stoffwechsel verbessern und zur Glättung der Haut beitragen. Wie aber die Stutenmilch genau wirkt, ist nicht bekannt.
An der REHA-Klinik in Graal-Müritz wurde deshalb lange zur Wirkungsweise der Stutenmilch geforscht. Dass sie wirkt, steht fest. Bei allen Neurodermitis –Patienten gab es zumindest eine Verbesserung des Hautbildes. Ein wesentlicher Teil der Wirkung soll auf der Verbesserung der Abwehrkräfte innerhalb des Immunsystems beruhen. Denn eine Erkrankung der Haut bedeutet auch eine verschlechterte Abwehrreaktion und oftmals ein überschießendes Immunsystem. Bei der Trinkkur wird die frische, tiefgefrorene Milch bei Raumtemperatur aufgetaut und möglichst eine halbe Stunde nach dem Frühstück getrunken. Bei Kosmetikprodukten aus oder mit Stutenmilch werden die durchblutungsfördernden und stoffwechselanregenden Eigenschaften ausgenutzt. Durch die speziellen Eiweiße, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und Enzyme wird nicht nur der Gesamtorganismus positiv beeinflusst, sondern auch der Stoffwechsel der Haut angeregt, der Feuchtigkeitsgehalt stabilisiert und die Hautheilung aktiviert.Beim Melken liefert eine Stute ungefähr einen Liter Milch – weitaus weniger als z.B. eine Kuh. Daher ist Stutenmilch auch nicht ganz billig. Ein Liter kostet ca. 9 Euro.
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